Vor einigen Wochen sass ich mit dem Architekturteam eines Versicherers zusammen. Auf dem Tisch: ein Migrationsantrag, Camunda 7 → Camunda 8, budgetiert über zwei Jahre.
Folie 1 zeigte das schöne neue Zielbild. Folie 2 die Kosten.
Niemand im Raum hatte die Frage gestellt, die davor kommt: Brauchen wir Camunda 8 überhaupt?
Denn seit Oktober 2025 ist die Camunda 7 Community Edition End of Life — keine Patches, keine Security-Fixes, Repository archiviert. Der Druck ist real. Aber „EOL" und „rauf auf 8" sind zwei verschiedene Entscheidungen, und die zweite folgt nicht automatisch aus der ersten.
Camunda 8 ist ein starkes Produkt — aber keine neue Version von 7, sondern eine andere Architektur. Wer von 7 auf 8 geht, migriert nicht, er re-plattformiert:
Für massive, horizontal skalierende, cloud-native Orchestrierung ist dieser Aufwand gerechtfertigt. Für eine eingebettete Engine mit moderater Last in einer regulierten On-Prem-Welt — wie bei diesem Kunden — selten.
Wir haben den Antrag nicht abgenickt, sondern umgedreht:
Supported, compliant — ohne eine Re-Architektur zu bezahlen, die niemand brauchte. Das zweijährige Migrationsbudget ist jetzt für Dinge frei, die dem Geschäft wirklich etwas bringen.
End of Life zwingt zu einer Entscheidung. Es zwingt nicht zu Camunda 8.
Wie geht ihr das bei euren Workflow-Plattformen an?