„Wir haben jetzt Coding-Agents für alle." Lizenzen gekauft, Plugin installiert, erste Woche Euphorie. Drei Wochen später staut es — nicht beim Schreiben, sondern beim Review.
Ich sehe dieses Muster in praktisch jedem Team, das wir beim Setup von AI-gesteuertem Development begleiten. Der Engpass wandert. Code entsteht in einem Tempo, bei dem kein Reviewer mehr mithält. Pull Requests werden grösser, weil der Agent gleich „noch das Refactoring" mitgemacht hat. Und irgendwann winkt jemand durch, was er nicht mehr ganz versteht. Genau dort wird es gefährlich — nicht weil der Agent schlechten Code schreibt, sondern weil niemand mehr weiss, was drin ist.
Was in den Teams wirklich den Unterschied macht:
Die unbequemste Frage kommt zuletzt: Was passiert mit den Junioren? Wer den Weg nie selbst gegangen ist, kann den Vorschlag des Agenten nicht beurteilen. Ausbildung muss deshalb bewusster werden — Aufgaben ohne Agent, Erklären statt Akzeptieren. Sonst haben wir in fünf Jahren Teams, die Code prüfen sollen, den sie nie hätten schreiben können.
Der Agent ist in fünf Minuten installiert. Die Regeln, die ihn produktiv statt gefährlich machen, brauchen Monate — und jemanden, der sie durchsetzt.
Wo staut es bei euch — beim Schreiben oder beim Review?